Meldung aus dem Erdbebengebiet

  • Wir sind am Freitag, den 19.03.2010 von Santiago nach Concepcion gefahren. Unterwegs haben wir doch erhebliche Schäden an der Infrastruktur festgestellt. Vor allen Dingen wurden die Brücken geschädigt. Es sind zwar nur wenige Totaleinstürze zu verzeichnen aber die Reparaturmaßnahmen werden sehr umfänglich und damit auch kostenintensiv ausfallen. Auch die Straßen sind oft durch Risse und Absenkungen in Mitleidenschaft gezogen.

    In Concepcion angekommen, haben wir eine weitestgehend intakte Stadt vorgefunden. Das Leben hat sich auch schon weitestgehend normalisiert. Lediglich die Ausgangssperre und die Bewachung der geschlossenen Gebäude durch die Polizei oder Armee deuten noch auf die Probleme (soziale) hin. Bezüglich der Schäden ist zu konstatieren, dass erhebliche aufgetreten sind aber Menschenleben weitestgehend geschützt wurden. Es sind nur geringe Totaleinstürze zu verzeichnen. Interessant ist der inhomogene Gebäudebestand. Neben vornehmlich 1- bis 2-geschossiger Bebauung gibt es bisher noch wenige Hochhäuser mit mind. 20 Stockwerken. Die Schäden sind an allen Bauweisen aufgetreten. Aber es gibt auch viele Beispiele, bei denen kein oder nur ein geringer Schaden zu beobachten ist.

    Am Samstag haben wir den Ort Dichato besucht, der wohl am stärksten betroffen ist. Zumindest durch den nachfolgenden Tsunami. Wir mussten die schwere Erfahrung machen einen fast vollständig ausgelöschten Ort zu sehen. Lediglich einzelne Häuser haben den Naturgewalten wiederstanden sind aber dennoch z.T. nicht mehr bewohnbar.

    Interessanterweise sind die Schäden infolge Erdbeben scheinbar relativ gering. Gebäude am Hang der Bucht haben nur leichte Schäden in den Wänden zu verzeichnen. Hier wird es einen riesigen Diskussionsbedarf geben, wie die Bucht in Zukunft bebaut werden sollte.

    • Eindrücke vom Schadensgebiet

    • Eindrücke vom Schadensgebiet

    • Zerstörte Brücke

    • Geschädigte Brücke

    • Geschädigtes mehrgeschossiges Gebäude

    • Detail des mehrgeschossigen Gebäudes

    Es existieren wohl bereits Tsunami-Gefährdungskarten, nur die Umsetzung scheint sich schwierig zu gestalten. Nach dem Erdbeben wird hier vielleicht einiges an Veränderungen möglich sein.

    Wir konnten bereits eines der leicht bis mittel geschädigten Hochhäuser instrumentieren. Ziel ist die Untersuchung verschiedener Geschossklassen.

     

    Lars Abrahamczyk