Anwendung und weitere Bearbeitung

Es ist u.a, vorgesehen, in der zweiten Bearbeitungsphase, die vorgenommenen Veränderungen bzw. die Entscheidungen für bestimmte Katalogeinträge in Form von Begleitmaterialien aufzubereiten und eine nachvollziehbare Darstellung der aktuellen Interpretationslage zu geben.

In diesem Kontext sollen auch Datenebenen bzw. Karten zur Interpretation der makroseismischen Schütterwirkungen im GIS-Format (GIS-Geographische Informationssysteme) bereitgestellt werden. Dabei wird auf methodische Grundlagenarbeiten des Erdbebenzentrums im mikro- und makroskaligen Bereich zurückgegriffen (vgl. Amstein et al., 2005). Die Erweiterung der Datenebenen schließt Hintergrundinformation zu den historischen Schadensbeben und verursachten Schäden, Angaben zur Bebauung, zu den vorherrschenden bzw. betroffenen Bauweisen, zur Besiedlungsdichte, aber auch Ergebnisse qualifizierter (instrumenteller) Standortuntersuchungen ein (vgl. Schema in Abb. 2).

Schwerpunkt liegen somit in der Aufbereitung von Bebeninformationen, die für die Ingenieurpraktische Anwendung von Bedeutung sind, und in der Einarbeitung der aktuellen Erdbebentätigkeit. Der konzeptionelle Ansatz, den Katalog vornehmlich auf ingenieurrelevante Fragestellungen auszurichten und damit neben Schäden, Schadensverteilungen auch der registrierten Bodenbewegungen und Besonderheiten bzw. „Anomalien“ infolge standortbedingter Ursachen nachzugehen, bedeutet eine wesentliche Erweiterung des Kataloginhaltes. Der Katalog ist als Datenbank angelegt, die zudem Nachvollziehbarkeit der Katalogentwicklung in einer bis dato nicht bekannten Form ermöglichen soll.

Das Konzept des Kataloges und die geplanten Bearbeitungslinien sind Abb. 2 bzw. Abs. 7. zu entnehmen.

Der Erdbebenkatalog bietet in der vorliegenden Form die Grundlage für weiterführende Forschungsarbeiten insbesondere auf dem Gebiet der probabilistischen Gefährdungsanalyse. Dies betrifft „Entwicklung einer neuartigen Methode der probabilistischen Gefährdungsberechnung auf der Grundlage von Epizentrendichte-Verteilungen“ ebenso wie die Klärung der Zusammenhänge zwischen den Bemessungsbeben und zugehörigen ingenieurseismologischen Kenngrößen, die sich nach probabilistischer und deterministischer Vorgehensweise ermitteln lassen; insbesondere aber auch darum, hier für das Regelwerk fundierte Festlegungen unter Berücksichtigung der Besonderheiten deutscher Erdbebengebiete begründen zu können.

Abb. 1 entnommen aus Poster der ECEES 2006 - Genf